2018 Rekordjahr der Weißstörche im Mühlenkreis

Nirgendwo in Deutschland fiel der Anstieg bei der Storchen-Population so deutlich aus wie in Nordrhein-Westfalen, darunter besonders im Kreis Minden-Lübbecke. Foto: AK Rettet die Weißstörche/Marske
Nirgendwo in Deutschland fiel der Anstieg bei der Storchen-Population so deutlich aus wie in Nordrhein-Westfalen, darunter besonders im Kreis Minden-Lübbecke. Foto: AK Rettet die Weißstörche/Marske

Minden/Lübbecke (MiX). An positive Rekorde kann man sich schnell gewöhnen. Geradezu verlässlich steigen die Zahlen der im Mühlenkreis brütenden Weißstorchpaare an. So ist mit 2018 erneut ein Rekordjahr der Weißstörche in Minden-Lübbecke zu verzeichnen.

Der Anstieg betrifft die westziehende Storchenpopulation insgesamt, doch wohl nirgendwo in Deutschland fiel der Anstieg so deutlich aus wie in Nordrhein-Westfalen, darunter besonders im Kreis Minden-Lübbecke und in der Stadt Petershagen. Drei letzte verbliebene Brutpaare waren es um 1990 für ganz NRW, sämtliche in der Petershäger Weseraue. 2018 ist ein weiteres herausragendes Jahr. Es konnten im Kreis 75 Horstpaare, darunter 74 brütend, registriert werden. In Nordrhein-Westfalen waren es 329 Paare. Die bisherige Höchstzahl von 135 ausfliegenden Jungen im Kreis wurde noch einmal um 31 übertroffen. Das „Aktionskomitee Rettet die Weißstörche im Kreis Minden-Lübbecke e. V.“ wird sich nicht ausruhen, darf aber erleichtert und froh über das Erreichte sein.

Petershagen ist Storchen-Hauptstadt in NRW

Neben einer langsamen, aber verlässlichen Rückgewinnung aufgegebener Lebensräume im Westen des Kreises durch die großen Vögel fällt weiterhin eine Verdichtungstendenz da auf, wo ohnehin die Storchendichte schon hoch ist. Die Storchenhauptstadt in NRW, Petershagen, beherbergte 26 Brutpaare, drei mehr als 2017. In Jössen schien diese Tendenz besonders deutlich. In vier Horsten wurden Jungstörche großgezogen, dabei zwei, die von den Störchen spontan – das heißt ohne Nisthilfe – gebaut worden waren, auf dem First einer Scheune sowie einem Schornstein des Pionier-Wasserübungsplatzes. Man darf gespannt sein, ob es zu einer Koloniebildung im eigentlichen Sinne kommen kann.

Auch Friedwalde ist für die Störche eine erste Adresse geworden, denn zu den bestehenden Standorten in Wegholm (Firma Jenz), Am Hallbruch (Reimann) und Hinterm Felde (Thässler) waren erstmals die beiden Nisthilfen am Bruchweg und an der Freiwilligen Feuerwehr auf einer geköpften Esche mit Brutpaaren besetzt. Auch in Lübbecke Gehlenbeck finden drei Paare ausreichend Lebensraum, doch wie in Friedewalde sind die Distanzen zwischen den einzelnen Standorten nicht so kurz wie in Jössen.

Gespannt auf 2019

Auch Hille ist mit 17 Paaren storchenreich. Besonders zeigt sich dies in Unterlübbe, wo mit den Standorten Köhlte (Fisser-Hülsmeier), Köhlterholz (Firma Eskate) und Harthekel (Firma Prieß und Horstmann) nistende Störche beobachtet wurden. Das Köhlter Paar gab spät in der Trockenheit auf, möglicherweise durch Rotmilane gestört. An ihren Ringen konnte dann nachgewiesen werden, dass sie auf den Turm der Friedhofskapelle ca. 400 m entfernt umgezogen waren. Sie bauten dort ohne Unterlage einen stattlichen Horst, zur Eiablage konnte es aber nicht mehr kommen. Hier darf man sehr gespannt sein, was 2019 passieren wird. Es kann gut möglich sein, dass die Störche erneut den Friedhof wählen und der Horst auf dem großen Köhlter Fachwerkgebäude für ein neues Paar frei wird.

Weitere Neuansiedlungen 2018 erfolgten in Stemwede-Wedem, Eisbergen (Eisberger Werder) und Espelkamp-Frotheim (Eggert), das nun auch dreifaches Storchendorf ist. Erstmals flogen in Espelkamp-Isenstedt Jungstörche in die weite Welt hinaus.

Text: Dr. Dr. Alfons R. Bense

Aktionskomitee Rettet die Weißstörche

 

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